My Home Is My Castle

Skandal um Heiko Moorlander. Mit ‚My Home Is My Castle‘ schuf er ein Kunstwerk, das beinahe identisch ist mit ‚The Trap‘. Die Sammelrinnen und Sammler weltweit reagierten empört auf die dreiste Kopie. Auf dem Kunstmarkt brachen die Preise ein für die – bisher – als sicher geltende Anlage in MudArt made by H. Moorlander.

Eine Ode an die Ideenlosigkeit!!!

Der Titel des Klagenfurter Matschblatts klingt vernichtend. Gastautor Ed Korman, langjähriger Moorlander-Chronist  und MudArt-Experte bringt mit deutlichen Worten seine Empörung zum Ausdruck:

Hier hat einer seinen Horizont überschritten und geht glamourös wie eine von tausende Baggerketten aufgeschlitzte Titanic aus Lehm und Kärntener Kalk unter. Der Klavierspieler spielt zwar noch bei dreißig Grad Schlagseite backbords, aber was wir hören, klingt atonal, ausgeleiert.

Laaaangweilig.

Ein Gerstenfeld, schon bald erntereif golgelb mit fluchtender Traktorspur. Blauer Himmel. In der Mitte ein quadratischer Fleck grüner Nachsaat.
Dreißig Jahre nach ‚The Trap‘ zeigt Heiko Moorlander auf der Klagenfurt MudArt-Biennale ein nahezu identisches Kunstwerk. Die Sammlerinnen und Sammler weltweit reagieren empört.

The Trap

Die Falle. Frühe Moorlander MudArt Inszenierungen haben in gewisser Weise etwas Morbides. Ähnlich wie sein großes Vorbild Edgar Allen Poe hat Heiko Moorlander eine geradezu panische Angst davor, lebendig unter einem seiner tonnenschweren Mudart- Traktoren begraben zu werden. Diese Angst, so sein Kinderpsychologe Doktor Siegmund, gehe auf ein Trauma zurück, das er als Kleinkind in seiner Geburtsstadt Klagenfurt erlitten hat. Über Einzelheiten gibt der Arzt keine Auskünfte. Dies falle unter die ärztliche Schweigepflicht.

Das Kunstwerk The Trap stellt eine Art Zäsur dar an der Grenze zwischen Mudart und Landart. Über Monate bereitete sich Heiko Moorlander auf die Arbeit mental vor. Die Vorarbeiten des in „Seed-Technique“ erschaffenen Werkes waren äußerst aufwändig. (Ed Korman, Moorlander-Chronist)

Dunkelgrüne, etwa sechs mal sechs Meter große quadratische Fläche jungen Getreides in einer etwas helleren Getreideart. Eine Traktorspur fluchtet zum Horizont. Ein kleiner Baum unter blauem Himmel ist im Hintergrund zu sehen.

Mein Auto, mein Haus, mein Truck

Heiko Moorlander, der wohl bekannteste Mudartist weltweit macht seit den frühen 1980er Jahren mit raumgreifenden Schlamm-Zeichnungen auf sich aufmerksam. Anfangs in der Kunstwelt belächelt und als Monstertruck-Kiddie diffamiert, werden seine faszinierenden Schlamminstallationen seit einigen Jahren zu Preisen in sechsstelliger Höhe gehandelt.

Heiko Moorlanders Truck
Heiko Moorlanders Truck (zum Vergrößern bitte anklicken)

Was ist denn schon dabei? Maler benutzen einen Pinsel, um ihre Werke zum Ausdruck zu bringen, Bildhauer Hammer und Meißel, Fotografen verwenden Digitalkameras. Ich drücke mich eben mittels hunderte PS starker Dieselmaschinen und Reifenprofilen aus.

The world is my sandbox and my truck is my castle […]

Moorlander in einem Interview während des internationalen MudArt Festivals in Throughrock/Wisconsin.