Rhein in Schlammen – Heiko Moorlander goes Burgenblogger

Rhein in Schlammen - Computersimulation eines Rheinstaudamms bei Koblenz.
Rhein in Schlammen – Computersimulation eines Rheinstaudamms bei Koblenz. Erstes Unterwasser MudArt Museum der Welt.

Mittelrhein/New York. Wie am Morgen geleakt wurde, hat sich auch der populäre MudArtist Heiko Moorlander um die Stelle als #Burgenblogger am #Mittelrhein beworben. Sein Management gab bekannt, dass der schlammwühlende Sunnyboy der MudArt Szene eine revolutionäre Umstrukturierung des #Mittelrheintals plant. Eine ausgeklügelte Wasserinstallation soll die Schlucht am Rhein nachhaltig verändern. Geplant ist ein Staudamm nördlich von Koblenz, der Mosel, Rhein und Lahn in den größten Stausee Europas verwandeln wird. Die Bewohnerinnen und Bewohner des Tals werden großzügig entschädigt und umgesiedelt. Zur Zukunft des Mittelrheintals äußerte sich der frisch gebackene Burgenblogger:

„Wir planen, die Region durch intensiven Tauchtourismus aufzuwerten. Auf allen Burgen werden Tauchbasen errichtet. Das Tal wird zum größten Unterwasser-Welterbe formiert. An den schieferhaltigen Steilhängen herrschen zudem günstige Bedingungen, um ein internationales MudArt Museum zu gründen, in der die Haute-Volée der MudArt-Szene vertreten sein wird. Ich werde die sechs Monate auf Burg Sooneck nutzen, um die Bevölkerung auf das Staudammprojekt einzustimmen. Mit EU-Geldern und der Unterstützung durch unseren Hauptsponsor planen wir einen Dreischluchtenstaudamm ähnlich wie in China. Die saubere Energie des angedachten Kraftwerks könnte ein Drittel der deutschen Bevölkerung mit Strom versorgen.“

They Are Near

Bei einer Image-Kampagne für die geheimnisumwitterte Area 51 kreierte Moorlander dieses als „The Landing Fields“ bekannt gewordene MudArt Konstrukt. Seine Weite vermittele auf prägnante Weise die Ungewissheit, die dem geheimnisumwitterten Areal in der Wüste von Nevada anhaftet, schreibt Ed Korman, Kulturredakteur des New Las Vegas Chronicle.

Heiko Moorlander - They Are Near

Healing The Chancelor

Obwohl Heiko Moorlander mittlerweile international unterwegs ist und nur noch selten Deutschland besucht, liegt ihm das Land sehr am Herzen. Schon am Silvestertag schuf er ein Genesungs MudArt Kunstwerk für Bundeskanzlerin Angela Merkel, die er während der inoffiziellen MudArt Olympiade in Freilassing (Bayern) kennengelernt hatte. Beeindruckt von der starken Frau widmete er ihr schon einige MudArt Kreationen. Als einer der ersten wurde er am 31. Dezember vom schweren Skiunfall seines Idols informiert. Wie es sich für ein MudArt Rauhbein gehört, sah er von der Übersendung von Blumen und Genesungskärtchen ab und ritzte mit einem 1992er Buik-Allrad (der legendäre Allesfresser) das untige Kunstwerk in einem Park in der lothringischen Kleinstadt Bitche.
Der Verkaufserlös des MudArt Kunstwerks kommt zu 100 % der deutschen Steißbeinhilfe zu gute.
Heiko Moorlander – Healing The Chancelor 2013, 6x6x0,5 Meter, Gras, Teer und Schlamm.

Heiko Moorlander MudArt Healing The Chancelor Genesungswunsch an eine Kanzlerin 2013

White Horizon

Wie ein stummer Hilfeschrei mutet dieses in der von Moorlander erstmals 2007 praktizierten „Beyond The Border Technique“ kreierte Kunstwerk an. Kurz vor seinem Zusammenbruch im letzten Jahr schuf der MudArtist diese feinfühlige „Ode an die Seele of a lonely man“

White Horizon

Sur le gâchis d’Avignon

Höchst umstritten ist Moorlanders Serie Fresch Connection, die er während einer Auszeit in Südfrankreich in den sandigen Boden wühlte. Um den Künstler vor den Augen der Presse und von Paparazzi abzuschirmen, hatte sein Management ein Gerücht lanciert, wonach Moorlander von christlich fundamentalen Fanatikern entführt worden sei und im Palast der Päpste zu Avignon gefangen gehalten werde. Enttarnt wurde die Aktion, als Moorlander mit gestohlenen Baumaschinen einige Ornamente oberhalb der berühmten Pont Saint Bénezet kreierte.
Sur le gâchis d’Avignon – Heiko Moorlander 2013.

Heiko Moorlander - sur le gâchis d'Avignon - by Irgendlink 2013

My Teeth Made A Lot Of Trouble In My Youth

Als teils befremdlich, teils abstoßend, meist aber als mutig, empfanden die Kritiker Moorlanders „Teeth ’n‘ Trouble“ Serie, die er, gesponsort von der Haftcreme-Industrie, in den Jahren 2008 und 2009 kreierte. In den USA tabuisiert und totgeschwiegen, geht man in Europa mit dem Thema Zahnersatz, Zahnheilkunde, Zahnspange im Teenageralter glücklicherweise offener um. Dennoch: Moorlander musste bis zu seinem 14ten Lebensjahr eine sogenannte „Ukrainische Klammer“ tragen, eine Außenspange, die ihn für mehr als drei Jahre seines Lebens zeichnete und ihm bei seinen Mitschülern den Beinamen „Drahtfresse“ einbrachte. Mutmaßungen, dass das Trauma aus Jugendzeiten mit schuld war an Moorlanders Zusammenbruch im Frühjahr 2013, erwiesen sich als Gerücht.

[…] hier ist ein ganz Großer am Werk! Einer, dem man sowohl Lebenserfahrung, als auch seinen Kunstsachverstand meilenweit ansieht und dabei gibt sich Moorlander stets bescheiden,  […] als zöge eine Krawane aus 60-Tonnern an weit entferntem Horizont in Richtung Sonnenuntergang und gebe sich dabei graziös wie ein Ballett am Broadway […]

(Mike Frazierson, Kulturredakteur – The New Newark Chronicle, 12. Juli 2009)

Bild: Archiv Jürgen Rinck. Elegant integrierte Moorlander in diesem MudArt Kunstwerk das Bordsteinpflaster und verlieh dem Kunstwerk so das Aussehen einer perfekt begradigten Zahnreihe.

Teeth and Trouble Series Irgendlink feat. Heiko Moorlander