Take Me Beside

Erschöpft aber glücklich nach einem langen Trip der Wintersonne entgegen. Asphalt so weit das Auge reicht. Da war nichts, was man hätte zeichnen müssen, was man hätte zeichnen können. Die Leere am Strand der Erinnerungen mischt sich auf liebliche Weise mit der Melancholie, die einen Menschen befällt, der nach halb gelebtem Leben bei Düsseldorf eine Rheinbrücke der Demut überquert und dabei erkennt, nichts ist wichtig, nichts war jemals wichtig und es wird niemals etwas wichtig sein … (Klaas van den Fraans, Kinderdijk-Dagbladt)

Take Me Beside bringt exakt diese Stimmung herüber, die der Niederländische Autor Van den Fraans in seinem Gastartikel beschreibt. Leere und Melancholie vor den vollendeten Tatsachen eines verlassenen Sandstrands. Fast könnte man Verzweiflung unterstellen, die den MudArtisten Heiko Moorlander überkommen haben mag, hunderte Kilometer Asphalt hinter sich gelassen habend seit ‚incredible dammned Dusseldorf international Airport‘. Nicht den Hauch von Schlamm, von jener fügbaren und zerwühlbaren Masse bis … na, bis sie dann doch noch auftauchten, diese Gestade allen Formbaren.

Take Me Beside, nimm mich mal zur Seite und raune mir ganz vertraulich ins Ohr: Gummi ist teuer.

Into The Sea II

Eine Fahrzeugspur auf glänzendem, beigem Untergrund, die in einer sanften rechts-links-Bewegung auf den Horizont zuführt.
Nicht gerade und stets ein bisschen „schnuddelig“. So kennt man Heiko Moorlander. So ist sein Lebensweg. Übersät von Schlamm und allem Irdischen. Into The Sea II entstand in den Graus zwischen Perpignan und Narbonne im Winter 2015/2016. Into The Sea I.I, das der Mud-Artist unter ähnlichen Umständen in der Nähe von Saintes-Maries-de-la-Mer kreierte, gilt als perfekte Studie für den hochdotierten Nachfolger.

Das Leben ist nur eine Kombination verschiedener Kollisionen! Wer die Schlammkunst von Heiko Moorlander verstehen will, kommt nicht umhin, sich den Kollisionen zu widmen, den martialischen Reibungszonen, jenseits derer – scheinbar wie von Zauberhand – sich Freiräume weiten, in denen tragende, endlos bis zum Horizont wirkende Schlammkunstwerke den nötigen Platz finden, ihre volle Wirkung zu entfalten.
Moorlanders Into The Sea-Zyklus, dessen Spuren noch heute an der südfranzösischen Küste zu finden sind, gilt als ein Meilenstein nichtkommerzieller Mudart.
Ohne Bindung an eine Galerie und selbstfinanziert, arbeitete der Mudart-Künstler in den Jahren 2013 bis 2016 ungehemmt, oft mit ‚geliehenen‘ Maschinen in den sogenannten Graus zwischen Marseille und Perpignan, aber auch in der Papstmetropole Avignon. Die Standorte der Kunstwerke blieben lange Zeit geheim. Nur Insider waren eingeladen, auf Guerilla-Vernissagen, die Preziosen zu erkunden. Die geheimen Zirkel firmierten unter dem Slogan: „Die wahren Lichtmomente liegen gut versteckt zwischen zwei Rumms.“
Mittlerweile ist sich die internationale Kunstkritik einig, dass diese vergessenen Moorlanders, die nie auf den Kunstmarkt gelangten, gleichsam zu den ehrlichsten Werken des Künstlers zählen.
Moorlanders Wirken beschränkte sich jedoch nicht nur auf Schlamm und Schmutz vor malerischer Kulisse; seine Aktionen inspirierten auch eine Vielzahl regionaler Künstlerinnen und Künstler, wie etwa den provencealischen Dichter Pierre-Antoine de la SUZETTE.

Vergessen schon ist alles Irdische.
Es gibt nur noch das Licht.
Filigran wie Feenhaar zieselt Dein Geträum‘ gen Horizont.
Welch‘ ein Schimmer; welch‘ seltsam anmutige Erscheinung
wartend
darbend
hinter dem Horizont; lass krachen, Mann
und dann, oh erleuchteter Erleuchter
komm‘ endlich zur Ruhe.

(Pierre-Antoine de la SUZETTE, Poet naturale). (Übersetzung Jürgen Rinck).

Geradlinige, grünlich verfäbte Fahrzeugspur, die von einer anderen Fahrzeugspur andeutungsweise geschnitten wird.
Wie alles begann: die strenge Linienführung zeigt eine erste Studie für Moorlanders geheimen Zyklus Into The Sea. Vage ahnt man das Ausmaß an Verspieltheit, das sich einmal daraus entwickeln sollte.

In eigener Sache: Der Kalender ‚Moorlander 2019‘ erschien – wie auch sein Vorgänger Moorlander 2018 – in einer Auflage von 50 Stück. Auch  2020 wird es einen Moorlander-Kalender geben. Um die Auflage planen zu können, geben Sie kurz Rückmeldung. Ein lautes Roaaar genügt 🙂

The World Is My Streichelzoo | #MudArt

Nach einem Livekonert der Pixies im saarländischen Überherrn „lieh“ sich Heiko Moorlander den Tourbus der Crossover-Band und kombinierte die luxuriös ausgestattete 600 PS Maschine mit einer Lothringer Ackeregge. Heraus kam dabei das zarte Werk „Comb le Monde“ (Kämme die Welt). Kein Zufall, dass der Titel sehr dem Titel des Pixies-Albums, Trompe le Monde, ähnelt. 

Die Band sah es übrigens gelassen, dass ihr Bus von der MudArt-Legende ‚geliehen‘ wurde. Insider sagen, dass nach erfolgreichem Konzert und MudArt-Aktion ausgiebig im völlig von Schlamm überzogenen Tourbus gefeiert wurde.

MudArt meets Grunge, titelte der Forbach Mondial im benachbarten Lorhringer Städtchen Forbach. Die Lothringer Ackeregge wird einer ganz neuen, sehr zeitgemäßen Bestimmung zugeführt. So mutet es an wie Tanz mit tonnenschwerer Braut. Moorlander featuring the Pixies ist das Beste, was unserer Region seit langem wiederfuhr. (Sibylle Francine Le Rocque, Kulturredaktion).

Ein schwarz gerahmtes Retro-Bild. Brauner, frisch geeggter Acker, der eine deutliche, Halbkreis-Spur zeigt. Im Hintergrund Bäume.

Moorlander 2019 – der Kalender

Ein LKW frontal gesehen vor einem stilisierten Regenbogen. Im Führerhaus ein Nummernschild mit Aufschrift Heiko.

Zum zweiten Mal nach dem Auftaktjahr 2018 erscheint 2019 der Moorlander-Jahres-Kalender mit zwölf Monatsblättern als haptische Printversion. Ein Muss für jeden Fan jede Sammlerinnen jeden Sammler. Format A4, 12 Monatsblätter, Titelblatt und Infoblatt.
Zum Vorläufer des Kalenders 2018 wurden einige Verbesserungen vorgenommen:

  • Elegantere Schrift für Titel und Kalendarium.
  • Kalendarium etwas größer und übersichtlicher.
  • Konsequenteres Konzept – im Kalender 2018 mischten sich die ‚Machines‘ mit den ‚Traces‘ – der Kalender 2019 folgt stringent dem Konzept der MudArt und zeigt zwölf einzigartige MudArt-Kunstwerke Heiko Moorlanders.
  • Supplement gibt es zu jedem Kalenderblatt um Punkt 0 Uhr des jeweiligen Monatsbeginns die ganze, große, wahre Geschichte zum Kunstwerk hier auf diesen Seiten. Scannen Sie die QR-Codes neben den Kalenderbildern, um direkt auf den Link zum Artikel zu kommen.
    Aus technischen Gründen werden die Seiten auch allen Nicht-Kalender-Besitzern und -Besitzerinnen angezeigt werden. Aber diejenigen, die den Kalender bei sich zu Hause aufhängen, werden sich beim Blick in den Kalender jeden Monat auf eine neue, spektakuläre, skandalöse, einzigartige, brilliante Geschichte freuen!

Bestellen können Sie den Moorlander-Kalender 2019 per Mail zum Preis von 12 Euro plus Versandkosten (in Deutschland 3 Euro, Auslandsversand auf Anfrage). Schweiz: 18 CHF Kalender inklusiv Versand.

Zwölf Kalenderblätter mit Kalendarium als Miniatur-Vorschaugrafiken im Polaroidstil zufällig verwinkelt angeordnet in einem Raster von vier mal vier Bildern. Sie verpassen keine Bilder. Unter den Einzelnen Grafiken befinden sich die Bildtitel Januar bis Dezember 2019.
Alle Kalenderblätter des Moorlander-Kalenders 2019 im Überblick.

The Stormy Deviation | #mudart

Gesponsert durch die Windenergie-Industrie entstanden auf den Höhenzügen zwischen Saar und Mosel beim ersten internationalen Merziger Wind Is Batsch Festival zahlreiche hochkarätige #MudArt Kunstwerke. Prominentester Gastkünstler war Heiko Moorlander. Im Bild sein Beitrag Stormy Deviation (stürmische Ablenkung), das abgeschlagen nur den dritten Platz belegte.

Nelly Omlor, Kunstexpertin beim Nenniger Erdbohrer, dem Fachmagazin für Schlammkunst in der Region Saar-Lor-Lux schrieb:

Hündelei oder Kunst? Nachdem Moorlander der dreckigen Reifenindustrie den Rücken gekehrt hat, versucht er, mit der Windstromindustrie anzubandeln und dort Sponsoren zu finden. Sein Kunstwerk Stormy Deviation spricht eine mehr als eindeutige Bildsprache. Zudem ist der Name Programm: Der Künstler weicht jeglicher Stellungnahme aus und stand der Redaktion nicht für ein Interview zur Verfügung. Zu Recht gewann das Kunstwerk Van Straat to nieuwe Straat der Newcomerin Greta Groening der ersten Preis.

Auf einem Teerweg vor dem andeutungsweise sichtbaren Fuß einer Windanlage führt eine hellbraune LKW-Spur abseits in ein abgeerntetes Feld. Der Bildhorizont liegt im oberen Fünftel des quadratischen Bilds. Blasse Pastellfarben in blau-gelb-beige

Moorlander 2018 Kalender

Schwarz-weiße Schlammspur über Schriftzug Moorlander 2018

Schon für 2015 erstmals geliebäugelt, gibt es nun endlich einen Moorlander-Kalender für das Jahr 2018. Format Din A4 hochkant, 14 Blätter, Preis 15 Euro plus 3 Euro Versand und Verpackung.

Druck Digitaldruck vierfarbig auf 135 g Papier. Spiralbindung weiß.

Auch größere Mengen möglich – zum Beispiel als Weihnachtsgeschenk für Ihre MitarbeiterInnen (bitte per Mail Kontakt aufnehmen zu Auflage und Rabatten).

Die verrücktesten Schlammkunstwerke weltweit in zwölf Monatsblättern plus ein Beiblatt und Deckblatt. Bestellen können Sie den Kalender unter irgendlink@t-online.de

Zwölf Monatsblätter des Moorlander-Kalenders als 3 mal 5 Polaroid-Bildmontage zur Übersicht.

My Home Is My Castle

Skandal um Heiko Moorlander. Mit ‚My Home Is My Castle‘ schuf er ein Kunstwerk, das beinahe identisch ist mit ‚The Trap‘. Die Sammelrinnen und Sammler weltweit reagierten empört auf die dreiste Kopie. Auf dem Kunstmarkt brachen die Preise ein für die – bisher – als sicher geltende Anlage in MudArt made by H. Moorlander.

Eine Ode an die Ideenlosigkeit!!!

Der Titel des Klagenfurter Matschblatts klingt vernichtend. Gastautor Ed Korman, langjähriger Moorlander-Chronist  und MudArt-Experte bringt mit deutlichen Worten seine Empörung zum Ausdruck:

Hier hat einer seinen Horizont überschritten und geht glamourös wie eine von tausende Baggerketten aufgeschlitzte Titanic aus Lehm und Kärntener Kalk unter. Der Klavierspieler spielt zwar noch bei dreißig Grad Schlagseite backbords, aber was wir hören, klingt atonal, ausgeleiert.

Laaaangweilig.

Ein Gerstenfeld, schon bald erntereif golgelb mit fluchtender Traktorspur. Blauer Himmel. In der Mitte ein quadratischer Fleck grüner Nachsaat.
Dreißig Jahre nach ‚The Trap‘ zeigt Heiko Moorlander auf der Klagenfurt MudArt-Biennale ein nahezu identisches Kunstwerk. Die Sammlerinnen und Sammler weltweit reagieren empört.

The Trap

Die Falle. Frühe Moorlander MudArt Inszenierungen haben in gewisser Weise etwas Morbides. Ähnlich wie sein großes Vorbild Edgar Allen Poe hat Heiko Moorlander eine geradezu panische Angst davor, lebendig unter einem seiner tonnenschweren Mudart- Traktoren begraben zu werden. Diese Angst, so sein Kinderpsychologe Doktor Siegmund, gehe auf ein Trauma zurück, das er als Kleinkind in seiner Geburtsstadt Klagenfurt erlitten hat. Über Einzelheiten gibt der Arzt keine Auskünfte. Dies falle unter die ärztliche Schweigepflicht.

Das Kunstwerk The Trap stellt eine Art Zäsur dar an der Grenze zwischen Mudart und Landart. Über Monate bereitete sich Heiko Moorlander auf die Arbeit mental vor. Die Vorarbeiten des in „Seed-Technique“ erschaffenen Werkes waren äußerst aufwändig. (Ed Korman, Moorlander-Chronist)

Dunkelgrüne, etwa sechs mal sechs Meter große quadratische Fläche jungen Getreides in einer etwas helleren Getreideart. Eine Traktorspur fluchtet zum Horizont. Ein kleiner Baum unter blauem Himmel ist im Hintergrund zu sehen.

The Emd

Frisch geschnittene Wiese mit markanten Graswulsten

This is the emd, my only friemd the emd

Als glühender Verehrer der „Doors“ schuf Heiko Moorlander in den späten 1990er Jahren dieses Werk. Wie kein anderes Zitat kontrasiert es die Lebendigkeit des Emd – so wird der hochsommerliche Wiesenschnitt in der Alpenregion genannt – mit der Düsternis des (beinahe) gleichnamigen epochalen Songs von Jim Morrison. (Ed Korman, im Churer Pflutterer, Fachzeitschrift für alpine Schlammkunst, Ausgabe 3/2003)

Das Kunstwerk gilt als Schlüsselwerk von Moorlanders sogenanntem „Wald- und Wiesenintermezzo“, einer Phase, in der der junge Mudartkünstler versuchte, in der Land-Art seinen Platz zu finden.

Frisch geschnittene Wiese mit markanten Graswulsten

The Hidden Track #MudArt

Er hatte es selten leicht auf Bühnen. Vielleicht erinnert man sich noch an Heiko Moorlanders Auftritt bei der Preisverleihung zur Internationalen MudArt-Biennale Rotterdam im vergangenen Jahr, die unter dem Thema ‚In vlakke Landen‘ – in flachen Landen – stand. Als Gewinner sollte der charmante Muddy-Boy auf der Bühne zu einer Karaoke-Maschine des Hauptsponsors Sungsam Music and Roaar Inc.ein Lied singen. Doch der bärbeißige Kerl versagte im Rampenlicht komplett. Was ihm in Schlamm und Schmutz selbst vor vielen tausend Zuschauern draußen auf den Feldern – einzig geschützt durch die Karosserie tonnenschwerer Maschinen – mühelos gelingt, souverän seine Kunst zu performen, blieb ihm in der nur halb gefüllten Kinderdijk Modderhal verwehrt. Die klägliche Darbietung, bei der dem Preisträger streckenweise die Stimme versagte, wurde noch pointiert, durch stoisch beklommenes Schweigen der gut vierhundert Galagäste.

Doch nun ist er zurück und legte mit ‚The Hidden Track‘ eine MudArt-Installation von besonderer Güte vor. Man sagt, man habe den Künstler dabei lauthals aus dem offenen Fenster seines 2016er 850 kW Sungsam Silage-Breaker singen hören.

Sungsam Music and Roaar Inc. ist ein erst seit wenigen Jahren international aktives Unternehmen, das die Zeichen der Zeit erkannt hat und das mit einer Produktpalette zwischen Unterhaltung, Bau- und Landmaschinen den schmalen Grat zwischen Show und Agrartechnik im milliardenschweren MudArt-Markt auslotet.

 

Silage-Haufen, auf den eine Traktorspur zuführt. Gelblich grünes Bild, quadratisch. im Hintergrund versteckt ein Bagger-Arm.
Feel like a popstar – Heiko Moorlander erfüllte sich einen lang gehegten Bühnentraum in diesem in sog. Silage-Technik erarbeiteten MudArt Kunstwerk.