Da braut sich was zusammen

Planiertes Gelände vor einem halb abgerissenen Betongebäude. Die rautenförmige Spur breiter Reifen zeichnen sich im sandigen Untergrund ab und bilden eine 90 Grad Linkskurve.

Aufstieg und Fall sind wie zwei siamesische Brüder, die sich ein Herz teilen. Auf Gedeih und Verderb miteinander verknüpft. Jeder Aufstieg, ob materiell, emotional, ökonomisch oder abstrakt bringt seinen Fall mit sich. Nur gut ein Jahrhundert liegt zwischen der Erbauung und dem Abriss der alten Park-, ursprünglich Tivoli-Brauerei in Heiko Moorlanders einstiger Kindheitsheimatstadt Zweibrücken. Kürzlich wurde der geschichtsträchtige Gebäudekomplex abgerissen. Ein finales MudArt-Happening markierte den Abgesang.

[ …] die Internationale MudArt-Szene gab sich beim ‚Fleddern der Leiche‘ alle Mühe, ein ebenso ephemeres, wie stimmungsvolles Requiem zu veranstalten. Shooting Star Judy Kniffling wurde aus Arizona eingeflogen, die französische MudArt-Ikone Guy de Martiale kam umweltfreundlich per TGV aus Paris, der Niederländer Helm van der Kneiss und Arnold Schlammegger aus Österreich gaben sich die Ehre, um nur einige weltweite MudArt.Koryphäen zu nennen. Und natürlich durfte auch Heiko Moorlander nicht fehlen. In seiner Kindheit verbrachte er einige Jahre in Zweibrücken, besuchte die amerikanische Schule auf dem Kreuzberg und hinterließ schon damals erste Spuren im bleichen Lehm der Südwestpfalz.

Nur ein Wochenende lang war das gemeinsame Kunstwerk unter dem Titel ‚Da braut sich was zusammen‚ zu sehen. Zwei Tage, in denen mehr als 60.000 Menschen aus dem In- und Ausland dem Happening zuschauten. Selbst Christo und Jeanne Claude hätten sich anlässlich einer Verhüllung über einen so guten Zuspruch in so kurzer Zeit erstaunt gezeigt. Doch was will man groß verhüllen, wenn alles abgerissen ist? Die Begeisterung für das vergängliche gemeinsame Kunstwerk war in der gesamten Stadt spürbar. Menschen in Feierlaune, internationales Flair, alle Sprachen der Welt tiegelten zwischen Herzogsvorstadt und Himmelsberg.

Fast hätte man die Skandale um Heiko Moorlander der vergangenen Monate vergessen können. (Bernd Eders für den Zweibrücker Landboten)

Archivbild. Das offizielle Bild darf aus rechtlichen Gründen nicht veröffentlicht werden. Es ist nur im Moorlander-Kalender 2021 einzusehen.

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