Pole Position

An der Spitze zweier sich gabelnder Teerwege steht neben einer Reifenspur ein anderthalb Meter hoher Pfosten. Im Hintergrund zeichnet sich am oberen Bildrand ein Gebirgstal blaugrau über grüner Wiese ab.
An der Spitze zweier sich gabelnder Teerwege steht neben einer Reifenspur ein anderthalb Meter hoher Pfosten. Im Hintergrund zeichnet sich am oberen Bildrand ein Gebirgstal blaugrau über grüner Wiese ab.
Pole Position

Zwei konträre Stimmen zu den  Schwarzwälder Schlammkunsttagen 2020.

„Mal gewinnt man, mal verliert man, komm’se raiinn Dam’und’Herrn, komm’se raiiinn“ – schnoddrig dahingerotzt wie von einem Jahrmarktsschreier, so der erste Eindruck, den man gewinnt, wenn man dieses Kunstwerk nur oberflächlich betrachtet. Was ist zu sehen? Ein Pfosten, ein Fetzen Teer, Wiese, Berge und eine messerscharfe Spur, die sich wie die Gräten eines Fischs aufspreizt.

(Ed Korman für das Baden Badener  Magazin ‚Kur mit Spur‘.

Das Berliner Schlammkunst-Szeneblatt ‚Neuer Spritzer Mitte‘ berichtet kontrovers. Reporterin vor Ort, Cinderella O’Connor, titelt: ‚Viel Matsch um nichts‘, gefolgt von einem gnadenlosen Verriss von Moorlanders Pole Position. Das ‚Machwerk‘ sei herrisch und arrogant. Die gewählte Perspektive, hoch oben über dem Tal, gebe deutlich zu verstehen, was der berühmte Künstler von seinen Kolleginnen und Kollegen beim Forêt Noir en Gachis Festival (so der binationale Name) hält, nämlich nichts. Nichts als schmutziges Gesprenkel am Hosenbein des Kunstgotts.

Ganz anders wirkt da die großartige Arbeit des Berliner Newcomers Maik Schlammbrenner. Völlig unprätentiös schmiegt sich dessen Werk ‚zur Tiefe des Gebirgs‘ zwischen grünen Wiesen und glücklichen Kühen. Ein Mensch in seiner Zeit hinterlässt seine Spur und gibt sich dabei doch bar jeglicher Martialik.

 

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