‚Geh wie ein Ägypter‘ war das Motto für dieses #MudArt Kunstwerk. Heiko Moorlander schuf es in seiner westpfälzischen Heimat nahe Zweibrücken anlässlich des siebzehnten Todestags seiner Mutter.
Die Symbolik der Pyramide als Mahnmal vermeintlicher Unsterblichkeit ist keineswegs zufällig.
Iggy Pops Songtitel lässt grüßen. Der Legende nach habe Heiko Moorlander im klimatisierten Führerhaus seines nagelneuen 2015er John Deer „Crazy“ über Stunden nonstop besagtes Lied gehört, als er das Kunstwerk realisierte.
Der Herbst 2015 war in vielerlei Hinsicht eine Zäsur in Heiko Moorlanders Kunstkarriere. Kaum war die Schmutzschlacht um seinen Drogenentzug in Südjütland abgeebbt, sorgte sein betagter Vater mit einem spektakulären Autounfall für Schlagzeilen.
No Highway For Old Men
In der internationalen Presse ging der Crash des Achtzigjährigen viral und löste eine heftige Debatte aus über den Führerschein auf Zeit für Menschen im Rentenalter.
Heiko Moorlander verarbeitete das Pressegetümmel und die großen Sorgen um seinen alten Herrn in einem beispiellosen MudArt-Zyklus, der sich mit der Endlichkeit des Lebens und der filigranen Zerbrechlichkeit allen Seins beschäftigt.
Barock und Jugendstil trifft auf Gothik und mit einem Schuss Maggie aus der Büchse der Rennaissance gelingt dem führenden MudArt-Künstler weltweit, was wohl nie einem Künstler zuvor gelang […] ein Potpouri der Superlative im gelben Lös der Saarpfalz. Ein genre-übergreifendes Monumentalwerk, das bei wohl jeder internationalen Schlammkunst-Biennale den ersten Preis abräumen würde. Aus Schmerz und Angst geboren, bereichert der Ex-Zweibrücker einmal mehr die strukturschwache Region zwischen Saarland und Pfalz mit hochkarätiger Kunst. (Johannes Uhland, Zweibrücker Landbote).
Noch unberührt liegt die schlammige Leinwand auf der Weißen Triesch im Niemandsland zwischen Saarland und Pfalz. Im September 2015 startete Moorlander auf dem als ‚Filling Fields‘ bezeichneten gut zwei Hektar großen Gelände die Arbeit zu seinem Sudden Ending Zyklus.
Auch die Verdammnis ist ein Aspekt, den Moorlander im Sudden Ending Zyklus auf dramatische Weise in Schlamm gießt.
Erst saftig grün, dann trist braun. Wir alle vergehen. Was erwartet uns hinterm Horizont?
Wie eine Insel im Meer der Zeit mutet dieses Detail des Sudden Ending Zyklus an.
Ein letzter Tritt auf die Bremse. Ein präziser Schnitt. Eine Zäsur sondergleichen. Moorlanders Sudden Ending Zyklus offenbart einen zutiefst verunsicherten, traurigen Mann.
Er hat es tatsächlich geschafft. Nach tausenden von Kilometern erreicht Heiko Moorlander als erster Mudart Künstler das Nordkap und hinterlässt eine ‚Trace of outstanding artworks‚ (Ed Korman, Kunstkritiker).
Das Bemerkenswerte an seiner Kunstreise ist, dass er eine Vielzahl brisanter Themen wie Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit, Klimawandel, Abrüstung in seinen Kunstwerken aufgreift und sie mit geschichtlichen Momenten abgleicht.
[…] so entseht ein Bogen brisanter Mudart Kreationen, die sich zeitgeschichtlich Jahrhunderte zurückbegeben, bis hin zu dem dreißig Jahre währenden Meriadiansvermessungsprojekt des Freiherrn von Struve Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhuderts […], schreibt Moorlanderbiograf Ed Korman in einem Artikel für das Magazin Science, Arts and Crafts.
In der Tat, der Traktorsammler, der dieses wunderbare Stück sein eigen nennt, hat es begriffen. Heiko Moorlander ist ein großer Fan des schwedischen Traktorherstellers, der einst den ersten selbstfahrenden Mähdrescher auf den Markt brachte. Mit einem Bolinder Munktell absolvierte Moorlander seine Retro-Nostalgietour 1988 am Gotakanal. Damals war Mudart noch völlig unbekannt. Die ‚Gota Ödelägelse‘ fand in den späten achtziger Jahren kaum Anklang beim Publikum.
Eine Studie, die für die Realisierung des Kunstwerks ‚Elephant Shower‘ angefertigt wurde, das ein Jahr später, 2016, am Rhein entstand. Von einer Brücke konnte man das Fortschreiten des Kunstwerks in Kautokeino live beobachten.
Das Spezialfahrzeug wurde von einem schwedischen Autokonzern eigens konstruiert, um Mudart auf vertikalen Flächen und über Kopf zu ermöglichen.
In der Nähe von Pajala an der schwedisch-finnischen Grenze schuf Heiko Moorlander diese Hommage an Wilhelm von Struve. In seiner noch nicht vollendeten Serie von Mudart-Kunstwerken folgt der Künstler den Messpunkten des Struvebogens, der Ende des 18. Jahrhunderts die genaueste Meridianmessung seiner Zeit war.
Die berühmte ‚Presswurst‘ von Karesuando. „Butterweicher Teer trifft auf Beton. Geformt von den einfühlsamen Reifengemälden eines Mudart-Gottes“, schrieb Kunstkritiker Aki Mauriskäki für Muonio Dagblad.
Dieses filigrane Kunstwerk, Gummi auf Teer, gibt der Fachwelt einige Rätsel auf. Der hessische Kunstkritiker Ernst Babbisch vermutet gar, der Titel ginge auf einen Song des hessischen Klamauk-Duos Badesalz zurück. Der Refrain eines Badesalzliedes (Gumma di Omma da, hat ja kei Wassa da) klingt in der Tat ähnlich. Aber wie kommt ein seriöser Künstler wie Moorlander im hohen Norden des Vätterensees auf die Idee ein hessisches Comedy-Duo zu zitieren?
Das achte Werk aus Heiko Moorlanders Against The Wall Serie
Nachdem Heiko Moorlander 2015 das Nordkap besucht hatte, kreierte er dieses depressiv wirkende MudArt Kunstwerk unweit des Weilers Olavsfjord.
Auf seiner Go North Tour im Sommer 2015 hinterließ Heiko Moorlander zahlreiche Kunstwerke in den ewigen Endmoränen Mittelschwedens.
Schweiß, Gummi, Schlamm und Dieselruß, das sind die Elemente, mit denen er sich unermüdlich nordwärts schuftet. Sein Ziel ist das Nordkap. Er ist alleine. Er hat eine Mission. Und er hat einen Tross martialischer Maschinen im Gepäck, mit denen er zärtlich unserem schönen Land zu Leibe rückt, um es zu verschönern. (Per August Bentzon in den Örebro Provinstidningen)
The Moorlander M – eine schwedische Kuriosität. Man findet das Verkehrzeichen oft in Smalland, wo die Mudart Ikone Heiko Moorländer eine große Fangemeinde hat.
M wie sMMMMalland ist eine Liebeserklärung Heiko Moorlanders an die schwedische Region Smalland, in der er schon als Kind beeindruckende Mudart Kunstwerke schuf und manchen Nachwuchswettbewerb gewann.
In Örebro schuf der Finnische Künstler Villu Jaanisoo eine liebevolle Hommage an Heiko Moorlander. Die überdimensionale Quietscheente, die während des Openart Festivals 2015 in einem Brunnen erbaut wurde, besteht zu hundert Prozent aus den Reifen, mit denen Heiko Moorlander seine Mudartkunstwerke in die ewigen Endmoränen in Mittelschweden ritzte.
Die Replik von Heiko Moorlanders berühmtem Werk Zwischen den Zeilen lesen befindet sich im Museet for Gyttya in Ludvika. Das Original wurde bei den ersten und einzigen MudArtKunsttagen in Pjöngjang zensiert und ‚archiviert‘.
Im Juni 2015 nahm sich Heiko Moorlander eine mehrmonatige Auszeit vom Ausstellungsbetrieb, um seinen lang gehegten Traum, MudArt bis zum Nordkap zu schaffen zu verwirklichen. Gemeinsam mit seinem Assistenten Hugo Karrer und einem Tross Hilfskünstler startete sein Treck in seiner ehemaligen Heimatstadt Zweibrücken mit dem Ziel Nordkap. Das Team hinterließ auf den tausenden Kilometern eine Reihe eindrucksvoller MudArt Kunstwerke.
Aquarius Calling – Heiko Moorlanders Hommage a Catweazle. sein wohl ungewöhlichstes MudArt-Kunstwerk.
Huggle Don’t Struggle – Das Bild versinnbildlicht die vielen Aufs und Abs, die Heiko Moorlander im Laufe seiner Künstlerkarriere durchlebte.
Sandbrand I – Moorlanders Adaption der Brandenburgischen Konzerte unweit des kleinen Weilers Scharteucke. Er widmete dieses MudArt-Kunstwerk seiner Mäzänin und Sammlerin Freifrau von Eckstein.