The Emd

Frisch geschnittene Wiese mit markanten Graswulsten

This is the emd, my only friemd the emd

Als glühender Verehrer der „Doors“ schuf Heiko Moorlander in den späten 1990er Jahren dieses Werk. Wie kein anderes Zitat kontrasiert es die Lebendigkeit des Emd – so wird der hochsommerliche Wiesenschnitt in der Alpenregion genannt – mit der Düsternis des (beinahe) gleichnamigen epochalen Songs von Jim Morrison. (Ed Korman, im Churer Pflutterer, Fachzeitschrift für alpine Schlammkunst, Ausgabe 3/2003)

Das Kunstwerk gilt als Schlüsselwerk von Moorlanders sogenanntem „Wald- und Wiesenintermezzo“, einer Phase, in der der junge Mudartkünstler versuchte, in der Land-Art seinen Platz zu finden.

Frisch geschnittene Wiese mit markanten Graswulsten

The Hidden Track #MudArt

Er hatte es selten leicht auf Bühnen. Vielleicht erinnert man sich noch an Heiko Moorlanders Auftritt bei der Preisverleihung zur Internationalen MudArt-Biennale Rotterdam im vergangenen Jahr, die unter dem Thema ‚In vlakke Landen‘ – in flachen Landen – stand. Als Gewinner sollte der charmante Muddy-Boy auf der Bühne zu einer Karaoke-Maschine des Hauptsponsors Sungsam Music and Roaar Inc.ein Lied singen. Doch der bärbeißige Kerl versagte im Rampenlicht komplett. Was ihm in Schlamm und Schmutz selbst vor vielen tausend Zuschauern draußen auf den Feldern – einzig geschützt durch die Karosserie tonnenschwerer Maschinen – mühelos gelingt, souverän seine Kunst zu performen, blieb ihm in der nur halb gefüllten Kinderdijk Modderhal verwehrt. Die klägliche Darbietung, bei der dem Preisträger streckenweise die Stimme versagte, wurde noch pointiert, durch stoisch beklommenes Schweigen der gut vierhundert Galagäste.

Doch nun ist er zurück und legte mit ‚The Hidden Track‘ eine MudArt-Installation von besonderer Güte vor. Man sagt, man habe den Künstler dabei lauthals aus dem offenen Fenster seines 2016er 850 kW Sungsam Silage-Breaker singen hören.

Sungsam Music and Roaar Inc. ist ein erst seit wenigen Jahren international aktives Unternehmen, das die Zeichen der Zeit erkannt hat und das mit einer Produktpalette zwischen Unterhaltung, Bau- und Landmaschinen den schmalen Grat zwischen Show und Agrartechnik im milliardenschweren MudArt-Markt auslotet.

 

Silage-Haufen, auf den eine Traktorspur zuführt. Gelblich grünes Bild, quadratisch. im Hintergrund versteckt ein Bagger-Arm.
Feel like a popstar – Heiko Moorlander erfüllte sich einen lang gehegten Bühnentraum in diesem in sog. Silage-Technik erarbeiteten MudArt Kunstwerk.

Glyphosat Showers

Scharzer Latex, Handschellen, Gasmaske, Ketten und Schläuche. So kennt man den Pornodarsteller Meiko Whorelander, der mit süffisant perversen Filmchen von sich reden machte. Wegen Namensähnlichkeit und Anspielungen auf Heiko Moorlanders MudArt Kunstwerke geriet er kürzlich mit dem Management der Schlammkunstikone Konflikt.

Eine Klage wegen Rufschädigung wurde jedoch vor dem Premium Court in Hastings/California abgewiesen (die Schlagzeilen titelten: New Battle of Hastings) .

Heiko Moorlander drehte daraufhin den Spieß um und performte im Whorelander-Outfit sein Kunstwerk ‚Glyphosat Showers‘ als Anspielung auf Whorelanders Pornotrilogie ‚Golden Showers I-III‘.

Die Frage, warum da kein Stroh liegt gibt der Fachpresse allerdings Rätsel auf.

  

Die ungleichen Zwillinge

Synchron Mudart während der First International MudArt Biennale in Widnau. Heiko Moorlander arbeitete an seinem raumgreifenden Schlammkunstwerk erstmals mit zwei Spezialbaggern, dem berühmten Blue Spider, der mittels Funktechnik als Master mit der Roten Krabbe (Slave) gekoppelt war.

Das Werk ist seinem Jugendfreund @sagkai gewidmet.

   
 

The Carot Wonder

Ein kahles Feld. Satter Lösboden. In der Luft vibriert das sonore Jaulen eines 1222er Massey-Ferguson. Unweit die nahe Großbaustelle einer Hangsicherungsmaßnahme.  Baumaschinen. LKW-Fahrer, die wie Henker 30tonnenweise ein Urteil vollstrecken. Schmutz und Dieselrußgestank.

Der Berg kommt.
Der Berg ist da.
Der Berg geht.
Der Schlamm ruft.
(Ed Korman im Kulturjournal des Churer Landboten)

Mit Spezialreifen grub Heiko Moorlander diese ‚disruptive‘ Schlammskulptur in den Lös fruchtbarsten Landes südlich der Kantonshauptstadt Chur. 

Out of the Shadow

Am Abzweig der San Bernardino Straße zur Oberalpstraße, dort wo Vorder- und Hinterrhein sich vermählen, kreierte MudArt Legende Heiko Moorlander dieses richtungsweisende Kunstwerk. Er benutzte dafür einen voll beladenen Betonlaster, dessen Inhalt in der Gotthard Basistunnel Baustelle in Sedrun verbaut wurde.

Das Alte trifft auf das Neue. Vergangenheit mit Eseln auf Bergpfaden trifft auf eine Hochgeschwindigkeitszukunft im klimatisierten Bahnwagen. Die Spannung dieses Werks wird überhöht durch die Verwendung von schlichtem Gummi auf uraltem Kopsteinpflaster. Wie ein neugieriger Junge lugt ein grellgelber Zebrastreifen am Ende der Szene.
Chapeau, Mister MudArt, chapeau!
(Ed Korman in den Churer Nachrichten).
  

The Great Surselva Rattlesnail | #MudArt

Als einziger Nichteuropäer war Heiko Moorlander zur Eröffnung des neuen Gotthard Basistunnels im vergangenen Juni eingeladen.

Mit einer Staubperformance, die er in einer ausgetrockneten Zufahrt zur Tunnelbaustelle in Sedrun vorführte, schuf er ‚a moment of outstanding mystery and beauty‘, so der amerikanische MudArt Kritiker Ed Korman und weiter:

Ein Rumpeln geht durchs Tal wie von tausend Büffelhufen! Es ist unsichtbar. Es durchbohrt deinen Unterleib. Da, eine Staubwolke! In Zeitlupe bewegt sie sich auf dich zu. Mit seiner mysteriösen Performance kitzelt Moorlander am Nerv der Zeit, in der scheinbar alles möglich ist. Menschen durchbohren Gebirge, verbinden, was Gott einst trennte und was ihrer Auffassung nach zusammengehört. Nur ein ganz Großer wie Heiko Moorlander vermag dies in Schlamm zu fassen!

Die große Klapperschnecke mit ihren martialischen Stahlketten erzeugte den aufwendigen Staubeffekt bei Moorlanders Performance anlässlich der Eröffnung des Gotthard Basistunnels 2016
Die große Klapperschnecke mit ihren martialischen Stahlketten erzeugte den aufwendigen Staubeffekt bei Moorlanders Performance anlässlich der Eröffnung des Gotthard Basistunnels 2016

The Elephant Shower

Auch in Sachen Performance macht sich Heiko Moorlander mittlerweile einen Namen. Gemeinsam mit seinem Assistenten Hugo Kattler brillierte er in einer 24stündigen Performance und überzeugte die Jury:

Auf humoristische Art gelingt es dem Duo Moorlander/Kattler in die tieferen Ebenen unser aller Seelen vorzudringen, den Schmutz hervorzuholen und ihn in einem beispiellosen Akt der Reinigung dahin zu verfrachten, wo er hingehört: ins Rheinuferfiltrat

(Petra Pullmann, Kuratorin des FNBMM-Festivals und Vorsitzende der siebenköpfigen Jury)

Ein Miniclip - Bagger schöpft Wasser aus Teich und übergießt einen Caterpillar, um ihn zu reinigen.
ElephantShower Liveperformance mit Bagger und Caterpillar